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Molekulargenetik_700x150.jpg; Foto: Sträußl, Fotoabteilung des Klinikums der Universität Regensburg
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Morbus Best
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Information zur Molekulargenetischen Diagnostik
Morbus Best (vitelliforme Makuladystrophie) (MIM-Nr. 153700)
Morbus Best ist eine autosomal dominante Erkrankung der zentralen Netzhaut mit juvenilem Beginn und progredientem Verlauf, die durch Mutationen im BEST1-Gen verursacht wird. Bei stark variabler Penetranz und Expressivität gelten die auffälligen, eidotterartigen Läsionen, die auf Lipofuszinablagerungen im Bereich der Makula zurückzuführen sind sowie ein typisch reduzierter Hellanstieg im Elektrookulogramm (EOG) als differenzialdiagnostische Merkmale dieser Erkrankung. Visusverluste treten als Folge einer Atrophie des retinalen Pigmentepithels (RPE) und der darüberliegenden Photorezeptoren auf oder - wenn auch seltener - aufgrund choroidaler Neovaskularisation und Hämorrhagien.
BEST1 (MIM-Nr. 607854)
Das BEST1-Gen besteht aus 11 Exonen und umspannt 11,5 kb genomische DNA. Exon 2 bis 11 des Gens kodieren für ein integrales Membranprotein von 585 Aminosäuren, genannt Bestrophin-1, und wird insbesondere im retinalen Pigmentepithel exprimiert. Dort spielt Bestrophin-1 eine Rolle in der Regulation der Membranleitfähigkeit.
Bei der großen Mehrheit der BEST1-Mutationen (> 93%) handelt es sich um Punktmutationen, die zu definierten Aminosäureaustauschen in der Proteinsequenz führen (sog. Missense-Mutationen).
PRPH2 (MIM-Nr. 179605)
Bei einer vitelliformen Makuladystrophie mit adultem Beginn können auch Mutationen im PRPH2-Gen ursächlich sein (Wells et al. 1993; Felbor et al. 1997)
Untersuchungsmethode
Nach DNA-Präparation werden die kodierenden Exone 2 - 11 in beiden Richtungen direkt sequenziert. Bei Patienten mit juveniler vitelliformen Makuladystrophie und positiver Familienanamnese können in praktisch 100% der Fälle Mutationen im BEST1-Gen nachgewiesen werden.
Benötigtes Material
5 - 10 ml EDTA-Blut
Benötigte Unterlagen
vollständig ausgefülltes Anforderungsformular (inkl. Einverständnis, klinischer Angaben, Familienanamnese)
Versandart
ungekühlt per Post im wattierten Umschlag
Untersuchungsdauer
nach Materialeingang ca. 4 Wochen
Kostenträger
Gesetzliche Krankenkasse
Die molekulargenetische Labordiagnostik inkl. Humangenetischer Befundbericht wird bei Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und unterliegt nicht dem Laborbudget des überweisenden Arztes. Die ambulante Abrechnung erfolgt mit einem Überweisungsschein (Muster 10). Bitte vermerken Sie auf der Überweisung im dafür vorgesehenen Feld (oben rechts) die Ausnahmeziffer 32010 (siehe auch „Informationen zum neuen Überweisungsschein“).
Privat
Die Kosten für die komplette Sequenzierung in beiden Richtungen inkl. DNA-Präparierung und Humangenetischer Befundbericht werden bei Indikation in der Regel von den Privaten Krankenkassen übernommen. Wir empfehlen dennoch, sich im Vorhinein die Kostenübernahme bestätigen zu lassen. Wir senden Ihnen dazu auf Nachfrage gerne einen Kostenvoranschlag für die geplante molekulargenetische Analyse zu.
Anschrift:
Zentrum für Humangenetik
Im Universitätsklinikum (Bau D3)
Franz‑Josef‑Strauß‑Allee 11
93053 Regensburg
Deutschland
Kontakt:
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung
Dr. rer. nat. Helmut Roth,
Laborleiter Diagnostik
Telefon: 0941‑944‑5410
diagnostik.humangenetik@klinik.uni-regensburg.de
Literatur
H. Stöhr et al.: VMD2 und seine Rolle bei Morbus Best und anderen Retinopathien Ophthalmologe 2005, 102:116–121
Felboret al. Adult vitelliform macular dystrophy is frequently associated with mutations in the peripherin/RDS gene. Hum. Mutat. 10: 301-309, 1997
Wells et al. Mutations in the human retinal degeneration slow (RDS) gene can cause either retinitis pigmentosa or macular dystrophy. Nature Genet. 3: 213-218, 1993

Zentrum für Humangenetik Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11 • 93053 Regensburg
Version vom 31.08.2011