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Molekulargenetik_700x150.jpg; Foto: Sträußl, Fotoabteilung des Klinikums der Universität Regensburg
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Familiäre adenomatöse Polyposos coli (FAP)
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Information zur Molekulargenetischen Diagnostik
Familiäre adenomatöse Polyposos coli (FAP) (MIM-Nr. 175100)
Bei der familiären adenomatösen Polyposis finden sich bereits in der 2. Lebensdekade multiple, adenomatöse Polypen im gesamten Kolon, die obligate Präkanzerosen darstellen. Symptome wie Blut im Stuhl, Durchfälle und Verstopfungen sind meist Spätsymptome und können auf eine maligne Entartung hinweisen.
  • Tumoren im oberen Gastrointestinaltrakt, besonders adenomatöse Polypen im Duodenum, aber auch benigne Drüsenkörperzysten im Magen
  • Osteome, Desmoide und Epidermoide
  • Retinaveränderungen: Congenitale Hypertrophien des retinalen Pigmentepithels (CHRPE)
Aufgrund der fast vollständigen Penetranz besitzen Mutationsträger ein Risiko für das Auftreten eines rektalen Karzinoms von nahezu 100 Prozent. Verursacht wird die FAP durch Mutationen im APC-Gen, das auf Chromosom 5q21 lokalisiert ist.
APC-Gen (MIM-Nr. 611731)
Das Tumorsuppressorgen APC besteht aus 15 Exonen, die für ein 2843-Aminosäuren-großes Protein kodieren. Über verschiedene Proteinbindungsstellen ist APC an der Regulation des Zytoskeletts und an der Aufrechterhaltung der intrazellulären β-Catenin Konzentration beteiligt ist.
Die häufigsten Veränderungen sind kleine Deletionen und Insertionen sowie Stopp-Mutationen, die zu einem vorzeitigen Abbruch der Proteinbiosynthese führen. Die so genannte "Mutation Cluster Region" (MCR) liegt im Bereich der Aminosäuren 1286-1514. Etwa 25 Prozent aller FAP-Fälle sind auf Neumutationen zurückzuführen. Der Nachweis einer pathogenen Mutation gelingt nicht in jedem Fall.
Untersuchungsmethode
Nach DNA-Präparation werden die 15 Exone des APC-Gens einschließlich der Intron/Exon-Spleißstellen mittels PCR amplifiziert und anschließend direkt sequenziert. Der Ausschluss einer Deletion bzw. Duplikation erfolgt mittels MLPA (Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification).
Benötigtes Material
5 - 10 ml EDTA-Blut
Benötigte Unterlagen
vollständig ausgefülltes Anforderungsformular (inkl. Einwilligung nach GenDG, klinischer Angaben, Familienanamnese)
Versandart
ungekühlt per Post im wattierten Umschlag
Untersuchungsdauer
nach Materialeingang ca. 8 Wochen
Kostenträger
Gesetzliche Krankenkasse
Die molekulargenetische Labordiagnostik inkl. Humangenetischer Befundbericht wird bei Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und unterliegt nicht dem Laborbudget des überweisenden Arztes. Die ambulante Abrechnung erfolgt mit einem Überweisungsschein (Muster 10). Bitte vermerken Sie auf der Überweisung im dafür vorgesehenen Feld (oben rechts) die Ausnahmeziffer 32010 (siehe auch „Informationen zum neuen Überweisungsschein“).
Privat
Die Kosten für die komplette Sequenzierung in beiden Richtungen inkl. DNA-Präparierung und Humangenetischer Befundbericht werden bei Indikation in der Regel von den Privaten Krankenkassen übernommen. Wir empfehlen dennoch, sich im Vorhinein die Kostenübernahme bestätigen zu lassen. Wir senden Ihnen dazu auf Nachfrage gerne einen Kostenvoranschlag für die geplante molekulargenetische Analyse zu.
Anschrift:
Zentrum für Humangenetik
Im Universitätsklinikum (Bau D3)
Franz‑Josef‑Strauß‑Allee 11
93053 Regensburg
Deutschland
Kontakt:
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung
Dr. rer. nat. Helmut Roth,
Laborleiter Diagnostik
Telefon: 0941‑944‑5410
diagnostik.humangenetik@klinik.uni-regensburg.de
Literatur
Fearnhead NS, Britton MP, Bodmer WF: The ABC of APC. Hum Mol Genet. 2001 Apr; 10(7):721-33.

Zentrum für Humangenetik Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11 • 93053 Regensburg
Version vom 31.08.2011