Tumorerkrankungen

Eine humangenetische Abklärung von erblichen Tumorerkrankungen ist vor allem dann sinnvoll, wenn

  • Sie selbst und mindestens ein nah Verwandter an der gleichen Krebsart erkrankt ist.
  • Sie selbst auffallend früh an Krebs erkrankt sind.
  • Sie selbst an zwei verschiedenen Krebsarten erkrankt sind.
  • in Ihrer Familie eine Häufung von Krebserkrankungen auftritt, die mit einem bekannten Krebssyndrom verknüpft sind (z. B. Brust- und Eierstockkrebs, Darmkrebs).
  • in Ihrer Familie eine nicht zufällige Häufung insbesondere von selteneren Krebsarten (z.B. klarzelliges Nierenkarzinom, endokrine Neoplasie, Akustikusneurinom) auftritt.

Die meisten Patienten sind in dieser Situation sehr beunruhigt und haben eine Reihe wichtiger Fragen: Habe ich ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken? Welche Früherkennungsmaßnahmen, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen stehen zur Verfügung? Kann ich diese Erkrankung an meine Kinder weitergeben?

Statistisch erkrankt etwa jeder 3. Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens an Krebs. Daher überrascht es nicht, dass innerhalb einer Familie auch zwei, drei oder sogar mehrere Personen betroffen sein können. Jedoch sind nur etwa 5-10% fast aller Krebsarten auf eine erbliche Tumorerkrankung zurückzuführen. In diesen Familien kommen Krebsleiden deutlich häufiger und in jüngeren Jahren vor, als man es statistisch erwarten würde. Im Prinzip entsteht jeder Tumor aufgrund einer Abfolge von mehreren Veränderungen des Erbguts (Mutationen in sogenannten Krebsgenen), die sich über einen längeren Zeitraum anhäufen. Bei Familien mit erblich bedingten Krebsleiden wird eine Mutation in einem Krebsgen vererbt und liegt somit bereits bei Geburt in jeder einzelnen Körperzelle vor. Diese Personen sind deshalb genetisch prädisponiert für die Entwicklung eines Tumors und haben damit ein zum Teil wesentlich erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken.

Man kennt heute eine Reihe von Krebsgenen, die für verschiedene Krebsarten verantwortlich sind. Je nachdem, in welchem dieser Krebsgene eine Mutation vorhanden ist und vererbt werden kann, können Tumorsyndrome mit einem eigenen Spektrum an assoziierten Tumoren und zum Teil charakteristischen Symptomen unterschieden werden.

Familien mit Verdacht auf einen familiären Brust- und Eierstockkrebs wird am Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs Regensburg eine optimale Beratung und Betreuung hinsichtlich der speziellen Problematik des erblichen Brust- und Eierstockkrebses angeboten. Auf den Internetseiten des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs Regensburg können Sie sich über die Angebote undLeistungen im Detail informieren.

Informationen über die genetische Beratung an unserem Zentrum

weiterlesen

Die humangenetische Sprechstunde soll über die Möglichkeiten und Grenzen einer molekulargenetischen Untersuchung bei klinischer Diagnose einer erblichen Tumorerkrankung bzw. vorhandene familiäre Belastung informieren. Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen aktueller klinischer Befunde und gegebenenfalls genetischer Vorbefunde. Während des Gesprächs wird ein Stammbaum erstellt, der möglichst genaue Angaben über Tumorerkrankungen weiterer Familienmitglieder enthalten sollte. Auf der Grundlage der klinischen/genetischen Vorbefunde und der Familiengeschichte können gezielte genetische Untersuchungen veranlasst werden. Diese genetischen Untersuchungen wie auch die humangenetische Beratung sind freiwillig. Sie selbst entscheiden nach entsprechender Aufklärung, ob und ggf. welche Untersuchungen Sie wünschen.

Anmeldung zur humangenetischen Beratung

Wie kann ich mich auf die Genetische Beratung vorbereiten?

Welche Befunde und Unterlagen muss ich zur Beratung mitbringen?

Informationen über eine molekulargenetische Untersuchung in unserem Labor

weiterlesen

Zur Bestätigung bzw. zum Ausschluss der klinischen Diagnose einer erblichen Krebserkrankung empfiehlt sich eine molekulargenetische Untersuchung. Bitte beachten Sie, dass klinische Befunde und die Erhebung der Familienanamnese eine entscheidende Voraussetzung für die Veranlassung einer molekulargenetischen Untersuchung ist. So wurden beispielsweise für den erblichen Brust- und Eierstockkrebs und dem erblichen Darmkrebs klare Kriterien entwickelt, auf deren Basis die Wahrscheinlichkeit, dass ein erbliches Krebsleiden in der Familie vorliegt, berechnet werden kann. Die Erfüllung dieser Kriterien ist zugleich Voraussetzung dafür, dass die molekulargenetische Untersuchung eine Kassenleistung darstellt. Sie sollten daher die Thematik einer molekulargenetischen Diagnostik zunächst mit Ihrem Arzt besprechen oder sich direkt an eine humangenetische Beratungsstelle wenden.

Genetische Untersuchungen bei Betroffenen dürfen grundsätzlich nur durch einen Arzt nach gründlicher Aufklärung und mit Ihrem schriftlichen Einverständnis veranlasst werden. Die Aufklärung beinhaltet die Möglichkeiten und Grenzen der vorgeschlagenen genetischen Untersuchung und möglichen Konsequenzen, welche sich aus einem auffälligen Befund für Sie und Ihre Familie ergeben könnten.

Molekulargenetische Untersuchungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gerne sind wir Ihnen bei Fragen zur Kostenübernahme der Untersuchung durch private Krankenkassen behilflich.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine molekulargenetische Untersuchung veranlasst werden kann?