Pränatale Diagnostik
Pränataler PCR-Schnelltest
Der Pränatale PCR-Schnelltest (Devyser Complete v2) erlaubt – wie der FISH-Schnelltest - den Nachweis der häufigsten lebensfähigen numerischen Chromosomenstörungen. Diese betreffen die Chromosomen 13, 18, 21, sowie die beiden Geschlechtschromosomen X und Y. Als Untersuchungsmaterial eignen sich natives Fruchtwasser, native Chorionzotten und EDTA-(Nabelschnur-)Blut.
Mit Hilfe dieses molekulargenetischen Verfahrens, sog. QF-PCR (quantitative Fluoreszenz-PCR) kann die Anzahl aller o.g. Chromosomen in einem Ansatz bestimmt werden. Mithilfe des Kits Devyser Complete von Devyser® AB erfolgt die Amplifikation, Detektion und Analyse von insgesamt 27 hochpolymorphen STR Markern (short tandem repeats) und 5 nicht-polymorphen Markern der Chromosomen 13, 18, 21, X und Y. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb eines Arbeitstages vor. In vielen Fällen ergibt sich ein unauffälliger Befund für das zu erwartende Kind, wodurch die Schwangere schnell und erheblich entlastet werden kann.
Grenzen: Der pränatale Schnelltest erlaubt keine Aussage zur Chromosomenzahl der übrigen Chromosomen. Auch seltene geringgradige chromosomale Mosaikbefunde - in denen nur ein kleiner Teil der Zellen des Untersuchungsmaterials eine abweichende Anzahl eines der untersuchten Chromosomen aufweist - sind für die untersuchten Chromosomen 13, 18 und 21 im Untersuchungsmaterial und insbesondere auch in anderen Geweben des Feten hiermit nicht zuverlässig erkennbar. Außerdem können Abweichungen der Chromosomenstruktur mit diesem Test nicht erkannt werden. Wird z.B. für das Chromosom 21 ein zusätzliches Signal nachgewiesen (Trisomie 21), dann kann mit diesem Schnelltest nicht zwischen einer freien Trisomie und einer seltenen Translokationstrisomie unterschieden werden. Daher wird im Anschluss an den pränatalen Schnelltest in jedem Fall noch eine Zellkultur mit regulärer Chromosomenanalyse durchgeführt. Dieses Ergebnis liegt etwa 2 Wochen später vor.
PP16 (Kontaminationsausschluss)
Diese Methode dient dem Ausschluss einer mütterlichen Kontamination bei Untersuchung von pränatalem Probenmaterial, wie (blutigem) Fruchtwasser, Chorionzotten, Abortgewebe, Nabelschnurblut oder genomischer DNA von Feten.
Hierfür wird der kommerzielle Kit Powerplex16 von Promega verwendet, welcher 15 polymorphe STR-Marker (short tandem repeats) sowie den geschlechtsbestimmenden Lokus Amelogenin beinhaltet. Die Methode beruht auf der Grundlage, dass sich diese repetitiven Sequenzen von Mensch zu Mensch anhand der Anzahl ihrer Wiederholungen unterscheiden. Diese Sequenzen können leicht mittels PCR vervielfältigt und anschließend mit Hilfe von Kapillarelektrophorese computergestützt analysiert werden.